Epstein und Nietzsche: Warum Macht immer gefΓ€hrlich bleibt Der Epstein-Fall zeigt, wie Macht wirklich funktioniert: Wer genug Geld und Netzwerke besitzt, kann Regeln beugen. Die Frage ist nicht, ob Macht missbraucht wird, sondern wann. Warum konnte Epstein so lange seine Machenschaften fortsetzen? Es gab frΓΌh Hinweise, Opferberichte und klare Indizien. Trotzdem geschah jahrelang wenig. Entweder wurde er von MΓ€chtigen geschΓΌtzt β oder er war lΓ€ngst Teil eines Systems, in dem Schutz nicht Ausnahme, sondern Regel ist. In beiden FΓ€llen ist die Botschaft dieselbe: Wo Macht konzentriert ist, wird Verantwortung verhandelbar. Darum dΓΌrfen politische Systeme nicht auf βgute Menschenβ bauen. Macht korrumpiert β oder zieht jene an, die sie missbrauchen wollen. Umso gefΓ€hrlicher ist die aktuelle Entwicklung: Statt Macht zu begrenzen, zentralisieren wir sie β etwa durch den Digital Services Act, der Kontrolle ΓΌber Sichtbarkeit und Meinung stΓ€rkt. Nietzsche erkannte frΓΌh: Moral ist oft kein neutraler MaΓstab, sondern ein Machtinstrument. Wer definieren kann, was βgutβ und βbΓΆseβ ist, kontrolliert die Gesellschaft β ohne Gewalt, nur durch Deutungshoheit. Wer Macht besitzt, kann sich sogar moralisch als βSchΓΌtzerβ inszenieren, wΓ€hrend er im Hintergrund Regeln beugt. Freiheit entsteht deshalb nicht durch gute Absichten, sondern durch Begrenzung von Macht. Wer Macht konzentriert, macht Missbrauch wahrscheinlicher.